[Serie] Wiederverwendbare Stoffbinden – Einführungspost

Heute geht es um ein klassisches Frauenthema: die Menstruation und die Produkte, die wir während derselben verwenden. Das Thema wiederverwendbare Mensturationsprodukte wurde schon des öfteren auf verschiedenen Blogs besprochen und es ging hierbei meistens um die Menstruationstassen. Diese betrachte ich eher als Ersatz für Tampons, doch was ist mit den Frauen und Mädchen, welche nicht oder nur ungern Tampons verwenden? Hier gibts ebenfalls eine Alternative nämlich die wiederverwendbaren Stoffbinden. Ich selbst habe den Wechsel von Wegwerfbinden auf wiederverwendbare Stoffbinden Anfang 2013 gemacht und kann mir ein zurück seitdem nicht mehr vorstellen.

Mit dem heutigen Post möchte ich euch eine erste Übersicht liefern, was es überhaupt an wiederverwendbaren Stoffbinden gibt. Gleichzeitig soll dieser Post der Auftakt zu einer ganzen Serie sein, denn mit der Thematik kommen auch viele Fragen auf: Wie werden Stoffbinden gereinigt? Wie mache ich das im Büro? Wie funktioniert es im Urlaub? Wo bestelle ich? Welche Marken gibt es? Und so weiter und so fort. Ihr dürft also gespannt sein!

Im heutigen Einführungspost zeige ich euch, welche Modelle es gibt und wie sie sich unterscheiden. Im Grundsatz gibt es zwei Typen von wiederverwendbaren Stoffbinden: Sogenannte „All in one“ Stoffbinden und solche, die aus einem Träger und auswechselbaren Einlagen bestehen. Diese beiden Modelle stelle ich euch im Folgenden vor.

Beginnen wir mit den „All in one“ Stoffbinden. Diese funktionieren wie die normalen Wegwerfbinden à la Always und Co., die sicher jede von uns kennt. Mit dem kleinen aber feinen Unterschied, dass sie nach dem Gebrauch nicht entsorgt, sondern ausgewaschen und wiederverwendet werden. Diese „All in one“ Stoffbinden gibt es in allen möglichen Formen, Farben, Mustern und Grössen:

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Auf beiden Bildern seht ihr rechts jeweils eine „normale“ Stoffbinde, welche ungefähr einer handelsüblichen Always Ultra Binde entspricht, sowie eine kleinere, die als Binde für leichte Tage (oben links) oder als Slipeinlage (unten links) dient. Die Hersteller sind mannigfaltig, die Muster ebenfalls und die bunten Stoffe machen total gute Laune.

Die wiederverwendbaren Stoffbinden halten nicht durch Klebstoffe oder ähnliches im Slip, sondern sie werden mittels Druckknopf befestigt. Dadurch und durch den verwendeten Stoff auf der Unterseite wird ein Herumrutschen verhindert. Zudem wird empfohlen, eher enganliegende Unterwäsche zu tragen. Generell hatte ich hier noch mit keiner von mir verwendeten Marke Probleme, dass die Binden nicht gut sassen oder gar herumrutschten.

Der zweite Typ sind die Modelle bestehend aus Träger und wechselbarer Einlage. Das schaut dann so aus:

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Links seht ihr den Träger und rechts die Einlagen. Letztere werden durch die beiden gezackten, dunkelblauen Bänder geschoben und werden von diesen fixiert. Ungefähr nach der Zeit, nach der ihr eine Wegwerfbinde wechseln würdet, wechselt ihr die Einage aus. So kann ganz einfach berechnet werden, wieviele Träger (einen pro Tag der Menstruation) und wieviele Einlagen (soviele, wie ihr Wegwerfbinden benötigt) für eine Menstruation benötigt werden. Zudem hängt die Anzahl davon ab, ob ihr während der Menstruation waschen wollt (oder könnt) oder ob ihr alle Binden und Einlagen am Ende der Menstruation zusammen wascht. Bei den „All in one“ Binden berechnet sich der Verbrauch analog zu den Einlagen, da hier jeweils die ganze Binde gewechselt wird.

Bei diesem System sind die bunten Muster im Gegensatz zu den „All in one“ Binden auf der Rückseite des Trägers angebracht, was ich persönlich ein bisschen schade finde.

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Meine Erfahrungen mit den wiederverwendbaren Stoffbinden sind durchwegs positiv. Hatte ich früher während der Menstruation oftmals Krämpfe und Rückenschmerzen, waren diese ab der ersten Verwendung deutlich gemildert. Mittlerweile sind sie ganz verschwunden und ich merke oftmals nicht, dass ich überhaupt meine Tage habe. Ausserdem komme ich so nicht mehr in die Situation, Notkäufe tätigen zu müssen – es ist ja immer alles vorhanden.

Dazu kommt, dass ich nie irgendwelche „Lecks“ hatte oder eine Binde nicht gehalten hätte. Des weiteren sind sie viel angenehmer zu tragen, denn dieses fiese „Plastikgefühl“ stellt sich zu keinem Zeitpunkt – nicht einmal im Hochsommer – ein. Ich hatte zudem gegen Ende der Menstruation immer Probleme damit, dass mich die Wegwerfbinden seitlich wundgescheuert haben. Mit den wiederverwendbaren Binden habe ich dieses Problem glücklicherweise nicht mehr. Ihr seht, ich bin voll und ganz zufrieden und bereute den Umstieg nicht ein einziges Mal.

Ein weiterer Vorteil ist die verringerte Umweltbelastung. Wenn jede für sich hochrechnet, was sie in ihrem Leben alles an Binden und/oder Tampons verbraucht und welche Müllberge das erzeugt, dann ist das echt viel! Eine Stoffbinde kann bei entsprechender Pflege gut und gerne fünf Jahre verwendet werden.

Wie denkt ihr über wiederverwendbare Menstruationsprodukte? Welche Fragen hättet ihr nach diesem Grundlagenpost gerne beantwortet? Untenstehend seht ihr das von mir geplante Artikelverzeichnis, welches jedoch im Laufe der Serie und durch eure Fragen laufend angepasst, erweitert und ergänzt werden kann. Zudem beantworte ich eventuelle Fragen gerne in den jeweiligen Artikeln – also immer her damit!

Das Artikelverzeichnis

1. Wiederverwendbare Stoffbinden – Einführungspost

2. Reinigen und Waschen von Stoffbinden

3. Stoffbinden im (Büro-)Alltag

4. Stoffbinden im Urlaub

5. Bezugsquellen (Deutsch und Englisch)

6. Reviews

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40 Kommentare on “[Serie] Wiederverwendbare Stoffbinden – Einführungspost”

  1. Care sagt:

    Hey Anita,

    spannendes Thema!
    Ich selbst verwende schon viele Jahre Menstruationstassen, brauche aber an starken Tagen (und für das sichere Gefühl) zusätzlich immer noch Binden – bisher die zum wegwerfen.
    Über wiederverwendbare Binden hatte ich bisher noch gar nicht nachgedacht, finde die Idee aber prima.
    Ich bin also schon sehr auf die weiteren Beiträge gespannt, besonders darauf, wie man sie wäscht und wo man sie bestellen kann.

    LG Care

  2. Frau Wuselig sagt:

    Ich nutze zwar auch eine Menstruationstasse, aber für Ausfluss außerhalb der Periode auch kleine Tampons. Da ich das eigentlich nicht mehr möchte, wäre eine wiederverwendbare Binde womöglich eine echte Alternative.
    Ich bin schon sehr auf die folgenden Beiträge gespannt und da besonders auf Punkt 3 und 5. Die grün-schwarze Variante finde ich ziemlich cool 🙂

  3. Peppi sagt:

    Für mich wäre das Ganze als Slipeinlage außerhalb meiner Periode als Wäscheschutz interessant (Während der Periode schwöreich auf meine Meluna :D). Ich wollte letztes Jahr auf dem Heldenmarkt in Berlin auch schonmal welche kaufen, aber die erschienen mir dann doch etwas unverschämt teuer. Seitdem nehme ich mir vor, selbst welche zu nähen. Werkzeuge und Material hab ich ja da, aber die Zeit fehlte mir bisher leider… An sich ein wirklich spannendes Thema. Danke für diesen ausführlichen Post. LG, Peppi

  4. H. V sagt:

    Hi,

    ich finde es wirklich toll, dass du und auch andere Bloggerinnen so ein „Tabu“ brechen und frei über die Menstruation sprechen bzw. schreiben. Da ich generell lieber Binden benutze freue ich mich auf deine Serie, besonders wenn es um die Bezugsquellen und das Reinigen geht.

    Liebe Grüße

  5. Du, mal ´ne doofe Frage: Inwiefern hat das Materiel eine Binde Einfluss auf Menstruationsschmerzen? Das ist doch eher eine „innere Angelegenheit“, dachte ich…
    Und die Reinigung stelle ich mir auch nicht so einfach vor…

    Liebe Grüße 🙂

    • anitaswelt sagt:

      Eher weniger das Material als die bei den Wegwerfbinden zum Einsatz kommende Chemie. Leider reagieren da viele Frauen darauf.

      Das glaube ich Dir gerne, da war ich sehr skeptisch anfänglich. Klar, es ist mehr Arbeit im Vergleich zu einfach entsorgen, doch es geht meiner Meinung nach ganz easy – mehr dazu dann aber im entsprechenden Post 😉

  6. Lu sagt:

    Tolles Thema! Ich find die auch super. Ja, die Muster! Kann dir eigentlich nur zustimmen in allem! Bloß die Träger + Einlage Binden habe ich nie probiert. Die einzigen negativen Sachen die ich zu Stoffbinden/Slipeinlagen sagen kann sind: Nickystoff find ich schrecklich im Sommer zu tragen und der Druckknopf stört mich beim Radfahren. Es gibt zwar auch Stoffbinden ohne Flügel und somit auch ohne Druckknopf aber die sind halt nicht fest, was meistens kein Problem ist, aber in manchen Situationen möchte ich nicht das Risiko eingehen.
    Bin sehr gespannt auf die nächsten Kapitel!

  7. Joy sagt:

    Daumen hoch für wiederverwendbare Menstruationsprodukte! Finde ich toll, dass du das thematisierst!
    Ich selbst verwende eine Menstruationstasse und bei Bedarf wiederverwendbare Slipeinlagen. Ich bin dennoch gespannt, was du zu berichten hast und werde deine Posts auf jeden Fall auch potenziellen Nutzerinnen zulinken.

    • anitaswelt sagt:

      Vielen Dank für Dein Feedback, Joy! Spread the message, kann ich nur sagen, denn ich wünschte, ich hätte schon Jahre früher von wiederverwendbaren Menstruationsprodukten gewusst.

  8. Jana sagt:

    Hallo Anita,
    Ich nutze bisher eine Meluna und bin damit sehr zufrieden. Am Anfang meiner Tage und gegen Ende ist meine Schleimhaut vom wechseln oftmals gereizt. In der mittleren Phase habe ich da keine Probleme. Deswegen nutze ich Anfangs und am Ende Wegwerfbinden, welche allerdings permanent verrutschen(oder sich zusammenkrempeln) und sich echt mistig anfühlen. Mein Vorrat reicht jetzt noch für max 2 Perioden und ich bin echt am überlegen mir die waschbaren Binden zu kaufen. Über die Reinigung würde ich vorher gerne noch mehr erfahren wollen, dazu hab ich persönlich fast nix gefunden bzw nur sehr kryptische Angaben. Preise und gute Hersteller würden mich auch sehr interessieren! Bitte führe deine Reihe also schnellstmöglich weiter 🙂

    LG Jana

  9. Hochinteressant! Ich verwende zwar ebenfalls Menstruationstassen, aber die sind ja nicht für jede was. Da ich damit so gut zurecht komme, hat sich mir die Frage zu Mehrwegbinden bisher nicht gestellt – obwohl ich zu gerne welche hätte, weil ich neugierig bin.

    Andererseits benutze ich schon seit Jahren Stofftaschentücher, das finden einige ja schon unhygienisch, ich aber nicht. Und die muss man ja auch sauber bekommen, egal ob man im Winter mal Schnupfen oder Nasenbluten hatte, oder nicht.

    Also ja, gerne mehr davon. Mich interessieren die flügellosen Alternativen zu Slipeinlagen als Wäscheschutz am Ende der Periode, und woher ich solche günstige Produkte in Bioqualität beziehen kann.

    • anitaswelt sagt:

      Sauber bekommen ist definitiv kein Problem, das kann ich mit meinen zweieinhalb Jahren Erfahrung durchaus behaupten 🙂 Am besten guckst Du Dir mal die ganze Serie an, da gibts Beiträge zu den verschiedensten Aspekten.
      Was die flügellosen Slipeinlagen angeht, kann ich Dir leider nicht allzu gut weiterhelfen, da ich ausschliesslich „mit“ verwende. Wobei die wiederum so dünn sind, dass das gar nicht weiter ins Gewicht fällt.
      Am ehesten würde ich Dich da mal an Libadi verweisen, deutsche Herstellerin mit tollem Kundenservice 🙂

  10. […] zaubernden Fleckenentferner. In diesem Rahmen möchte ich euch übrigens unbedingt auf die Reihe zu wiederverwendbaren Stoffbinden bei Anitas Welt hinweisen! Im Gegensatz zu mir schwört Anita auf die Teile und für alle Interessierten ist ihre […]

  11. KatharinaMS sagt:

    Ich gehöre zu den Frauen, die dem Entwickler von Wegwerfbinden ein Denkmal aufstellen könnten. Nie wieder Stress mit Waschen, (Wäsche)Kochen und einem Gefühl, als würde ich auf einem Sattel sitzen. Umso überraschter bin ich, dass es Frauen gibt, die freiwillig auf Stoffbinden umsteigen. Von Meluna schweige ich ganz… das Ding sind eher wie ein Folterwerkzeug aus.
    Ich bin jetzt aber echt neugierig geworden. Sind diese Stoffbinden genauso bequem und saugen sie das Blut genauso gut auf? Wäscht du sie in der Waschmaschine?
    LG Katharina

    • anitaswelt sagt:

      Hallo Katharina
      Hui, das klingt ja schrecklich, was Du da schreibst *schauder*
      Also, wenn das so wäre, würde ich sicher nicht freiwillig Stoffbinden benutzen. Sie sind – je nach Modell und Hersteller – gleich dünn oder fast noch dünner als Wegwerfbinden. Die sind superbequem und mit enangliegender Unerwäsche verrutscht da gar nichts. Das Blut saugen sie mindestens genauso gut auf und das „Klima“ ist meiner Meinung nach einfach um Welten besser.
      LG
      Anita
      Ja, ich wasche sie ganz normal in der Waschmaschine.

      • Lu sagt:

        Ich kann da Anita nur zustimmen. „Normale“ (wegwerf) Binden fand ich immer furchtbar, konnte mir deswegen erst gar nicht vorstellen, daß Stoffbinden besser wären. Sind sie aber. Sie sind toll. 🙂 Tassen finde ich aber auch toll. Zu deiner Sorge bezüglich der Meluna – als ich noch nichts über Menstruationstassen wusste und nur die Abbildung sah, dachte ich auch das wäre nichts für mich und konnte mir überhaupt nicht vorstellen wie das gut funktionieren sollte. Erst nachdem mir eine Freundin von ihrer Meluna erzählt hat, konnte ich mir das vorstellen. Und z.B. die Meluna soft ist soo flexibel, ich behaupte da ist es unmöglich sich mit wehzutun. 🙂

  12. starfish sagt:

    Im normalen Alltag bin ich komplett auf Stoffbinden umgestiegen nachdem ich mit der Meluna nicht so ganz klarkam, aber zum Sport (mit sehr viel Bewegung und Akrobatik, und das in dünner, weißer Hose) kommen dann doch an manchen Tagen noch die üblichen Verdächtigen an Wegwerfprodukten zum Einsatz, ebenso im Flugzeug. Aber ich habe vor, für diese Situationen zumindest auf biologisch abbaubare Tampons umzusteigen, besser ein Kompromiss als gar nichts, denke ich mal.

    • anitaswelt sagt:

      Oh ja, das mit dem Sport kann ich nur zu gut verstehen! Im Flugzeug – selbst bei Langstreckenflügen – würde ich jetzt auch Stoffbinden verwenden, warum auch nicht? Man kann sie ja nach der Landung auswaschen.
      Kompromisse sind immer besser 🙂

      • starfish sagt:

        Ich fühle mich im Flugzeug so schon unwohl genug, da muss dann nicht noch ein sensorischer Störfaktor (doch leicht unbequem etc.) dazu kommen, von so Fällen wie Sturm, direkt danach Landeanflug, eine Stunde in der Passkontrolle stehen und dann panisch zum Anschlussflug rennen und deswegen nicht wechseln können ganz zu schweigen. Aber da ich nicht so häufig fliege stehe ich glücklicherweise auch selten vor diesen Problemchen.

      • anitaswelt sagt:

        Okay, das kann ich nachvollziehen. Wenn es nur zusätzlichen Stress bedeutet, dann ist eine Alternative sicher besser. Es gibt ja nicht nur entweder-oder 🙂

  13. Kat sagt:

    Auch auf die Gefahr hin dass das jetzt vielleicht unreif wirkt, aber wie hat dein Freund darauf reagiert? Wir ziehen demnächst zusammen und ich hab etwas schiß vor seiner reaktion…..Ich bin was das Thema Menstruation angeht zugegebenermaßen ziemlich verklemmt, hab es immer verdrängt und Angst davor gehabt dass man es mir ansieht (ziemlich lächerlich, ich weiß, aber ich hab immer diese Paranoia andere könnten sich von mir auf jegliche noch so absurde Art belästigt fühlen….) und komme aus einem Haushalt wo schon Stofftaschentücher als eklig und unhygienisch gelten. Erst seit kurzem bekomme ich ein besseres Verhätniss zu allem was mit meinem Körper zusammenhängt, wohl auch weil ich dank der vielen positiven Berichte endlich auf eine MeLuna umgestiegen bin. Zumindest Slipeinlagen aus Stoff hätte ich aber gerne als Back-up, oder auch die ein oder andere Binde wenn ich daheim mal zu verkrampft bin…..
    Okay, das war jetzt ein ziemlicher Roman, ich hoffe ich klang nciht zu weinerlich 😉

    • anitaswelt sagt:

      Liebe Kat
      erstmal vielen Dank für Deinen offenen und mutigen Post. Du sprichst hier einen Bereich an, der sicher vielen duch den Kopf geht, zu dem aber bisher interessanterweise noch nichts geschrieben wurde. Und das ist meiner Meinung nach alles andere als unreif!

      Mein Freund hat erstaunlich offen und positiv reagiert. Ich hatte da auch so meine Vorbehalte und Bedenken, doch ich habe das Thema einfach eines Abends angesprochen. Er hat absolut keine Probleme mit Stoffbinden und auch wenn die im Bad zum trocknen hängen, ist ihm das einerlei. Wohlgemerkt die (aus-)gewaschenen hängen da. Ich kann nachvollziehen, dass man nicht Lust darauf hat, Menstruationsblut von jemand anderem zu sehen. Ausgewaschen sieht man ja nichts davon und wenn doch Flecken zurückbleiben sollten, kann man sie ja einfach verkehrt herum aufhängen.
      Die gerade ausgewaschenen und mit Buncha Farmer’s behandelten Stoffbinden klappe ich zusammen (einfach in der Mitte, ohne die Druckknöpfe zu schliessen) und lege sie auf den Waschbeckenrand. Das ist auch kein Problem.

      Letzten Endes ist die Menstruation etwas ganz normales und betrifft auch Männer – gerade wenn sie mit Frauen zusammenwohnen und/oder Frauen das Bezugsgeschlecht sind – und dann finde ich es richtig und wichtig, dass auch sie sich mit der Thematik auseinandersetzen.
      Ich würde Dir empfehlen, das Thema noch vor dem Umzug in einem ruhigen und entspannten Moment einmal anzusprechen. Und ich gehe davon aus, dass ihm das Thema Menstruation sicher nicht unbekannt ist 😉

      Ich kann gut nachvollziehen, dass Du Dich während der Mens unwohl fühlst, das war bei mir früher nicht anders. Gerade weil ich sie sehr früh (ich war noch keine 11 Jahre alt) bekommen habe, hatte ich immer Angst, jemand könnte es mitbekommen. Es dauerte Jahre, bis ich da ein entspanntes Verhältnis entwickelt habe.

      Was vielleicht auch noch eine Möglichkeit wäre für den Anfang: falls ihr jeder ein eigenes Zimmer/Büro in der Wohnung habt, dann könntest Du die Binden ja anfänglich dort zum Trocknen aufhängen, so Du Dich erstmal noch rantasten möchtest.

      Oh nein, das klang absolut nicht weinerlich und ich finde es toll, dass Du das Thema angesprochen hast – vielen Dank!

      Für weitere Fragen kommentiere ruhig weiter oder schicke mir eine Email – wobei immer Du Dich wohler fühlst.
      Liebe Grüsse
      Anita

      • Kat sagt:

        Danke für die schnelle, ausführliche und ermutigende Antwort! Eigentlich halte ich meinen Freund auch nicht für sonderlich zimperlich, aber manche Leute reagieren dann ja doch merkwürdig…..wahrscheinlich hab ich mehr Angst vor der Möglichkeit dass er angeekelt ist und ich mich dann in dem bestätigt sehe, was ich langsam erst ablege…..ich meine, allein der Schritt wieder zeitweise Binden zu nutzen ist schon eine kleine Überwindung, ich hab dieses feuchte, muffige Gefühl und den Geruch aus dem Mülleimer immer gehasst wie die Pest, aber mit den Stoffbinden scheint dass ja überhaupt nciht der Fall zu sein. Hab jetzt mal mutig den ersten Schritt eingeleitet und zum Probieren einfache Slipeinlagen bestellt, die sind im Grunde ja nicht stärker verschmutzt als Unterwäsche – Langsames herantasten für beide Seiten also 😉 Und ja, ansprechen werde ich dass dann auch in einer ruhigen Minute….. geh dann mal meine Ansprache verfassen :D. Danke dir nochmal,ich verfolge deinen Blog weiterhin aufmerksam (mit Vorliebe auch die Haarposts – ja, ich bin Heavy Metal geschädigt :D)

      • Lu sagt:

        @Kat Wichtiges Thema, finde ich gut, daß du das ansprichst! Ich war auch mal so, das ganze Thema war mir so peinlich, argh. Durch das liebe Internet und das Lesen in verschiedenen Gruppen zum Thema (viele Stoffbindenherstellerinnen und -verkäuferinnen haben auch facebookgruppen) bin ich aber ganz entspannt geworden was das Thema Menstruation angeht. Besonders, besonders empfehlen möchte ich den Podcast von The Crimson Wave empfehlen, das Thema ist immer Menstruation (und alles mögliche noch dazu) und denen ist das null peinlich und die haben auch manchmal Männer zu Gast und die reden auch ganz entspannt und locker über Menstruation.

      • anitaswelt sagt:

        Ich denke das hängt auch sehr mit der eigenen Haltung zusammen. Wenn man das Thema Menstruation selber weder als Tabu noch als eklig oder sonstwie negativ behaftet empfindet, kann man auch ganz anders darüber sprechen und wird dadurch auch ganz anders wahrgenommen.
        Ich bin total gespannt, wie sich die Diskussion bei euch gestalten wird und würde mich über ein Feedback Deinerseits, Kat, sehr freuen, so dass denn ok für Dich ist.

        Solche Gruppen wie von Lu beschrieben, sind echt eine grosse Hilfe und sehr wertvoll für die Entwicklung des eigenen Selbstverstädnisses – ich kann sie nur empfehlen!

      • Kat sagt:

        Klingt interessant, da werde ich dann sicher auch mal reinlesen! Bin recht guten Mutes und melde mich gerne mal nach dem Gespräch und mit ersten Eindrücken wieder!

      • anitaswelt sagt:

        Unbedingt! Ich würd mich über ein Feedback Deinerseits nach dem Gespräch riesig freuen! Das wird schon werden 🙂

      • Lu sagt:

        Ich habe noch zwei praktische Tipps an Kat, beim Einweichen der Stoffbinden löst sich das Blut und sammelt sich am Boden des Gefäßes. Bei einem weißen Gefäß ist das gut zu sehen. Wenn es etwas diskreter sein soll, würde ich ein dunkles Gefäß nehmen und die Binden umdrehen, dann schwimmen da einfach nur ein paar Stoffstücke im Wasser. (Einen Deckel drauf legen würde ich wirklich nicht empfehlen, das kann anfangen zu riechen.) Für das Aufbewahren der benutzten Binden vor dem Einweichen: es gibt diese löchrigen Wäschebeutel für BHs etc. auch in farbig, da ist dann gar nicht zu erkennen was drinnen ist. Ich hab mir die bei femininewear co uk besorgt, haben sie aber leider im Moment nicht mehr. (Falls das alles schon oben im Artikel steht, sorry, ich hab ihn jetzt nicht nochmal gelesen.)

      • Kat sagt:

        So, nach längerer Zeit melde ich mich endlich – mit guten Neuigkeiten 😀 Hab das Gespräch dann doch wieder einige Zeit vor mir her geschoben feige wie ich war, mir dann aber letzte Woche doch ein Herz gefasst. Und siehe da, ich habe mich ja mal sowas von unsonst verrückt gemacht……Mein Freund hat zwar erst etwas verdutzt geguckt, dass es so etwas wie Menstassen uns Stoffbinden gibt, aber dann meinte er nur „Ist doch vollkommen wurscht was du benutzt, solange du dich damit wohlfühlst – mich stresst das ganze glaube ich grad viel weniger als dich“. Äh ja, da hatte er wohl recht….. Ich bin aber dennoch davon überzeugt dass er nur dank meiner ausgefeilten Rede und dem ultimativen Totschlagargument so relaxt war: mehr Geld sparen = mehr Geld für Bier und Festivals 😉
        Hab dann auch gleich in Hochstimmung 3 Slipeinlagen und 1 Binde bei Tamari bestellt und innerhalb von 5 Tagen (!) waren die da – bin so stolz dass ich sie gleich auch mal auf der Facebookseite „Stoffbinden“ (wo ich mich dank eure Anregung angemeldet habe – hallo Anita *wink*) zeigen werde :D. Tragetests wird es leider erst nächsten Monat geben, da ich erst nach dem Umzug eine eigene Waschmaschine haben werde. Danke also nochmal Anita und Lu für eure Unterstützung!!!

      • anitaswelt sagt:

        Das ist ja mal ein interessantes Feedback, vielen Dank fürs Berichten, Kat! Ich freue mich total, dass das Gespräch so positiv verlaufen ist!

        Ich vermute je länger je mehr, dass die Herren der Schöpfung einfach viel lockerer an sämtliche körperlichen Vorgänge rangehen, das scheint von Natur aus so zu sein – schön für uns, die wir ein solches „Exemplar“ zu Hause haben!

        Und ich bin schon total gespannt auf Deine Erfahrungen mit den Stoffbinden, hoffentlich gibts Du uns da nochmals Feedback!

    • Kat sagt:

      So, erste Erfahrungswerte kann ich geben 😉 Der Faktor Komfort hat mich definitiv total überzeugt, nichts rubbelt mehr oder drückt sich zusammen (selbst die Pads die etwas zu breit sind). Und die Muster *hach*, macht echt spaß auszusuchen was man tragen will. Slipeinlagen habe ich seit deim fast jeden Tag getragen (blöde Hormonumstellung nach dem Absetzen der Pille…..kaum hat sich das eine eingependelt läuft was anderes nicht rund….da merkt man erstmal was für einen Einfluss dieses Medikament hat, zumindest) und möchte sie nicht mehr missen. Ein paar Binden dann das erste Male diesen Monat (neben der Tasse) und kann bestätigen dass viele der unangenehmen Umstände von Wegwerfbinden endlich Vergangenheit sind 😀 Momentan werde ich die Binden aber nur nehmen wenn ich zu Hause bin, für unterwegs wäre mir dass irgendwie doch noch zu komisch. Aber es ist schon die Wahl zu haben und je nach Befinden zu entscheiden 🙂

      • anitaswelt sagt:

        Vielen herzlichen Dank für Dein Feedback, liebe Kat! Ich freue mich total, von Deinen positiven Erfahrungen zu lesen!
        Oh ja, die Muster haben irgendwie einen ganz eigenen Suchtfaktor und sind ein Hauptgrund warum sich die Pads hier fast schon stapeln. Ich hab definitiv mehr, als ich für einen Zyklus bräuchte.
        Das mit der Pille ist schon eine ganz eigene Sache. Ich hab sie vor etwas mehr als zwei Jahren abgesetzt und habe ab und an immer noch den Eindruck, dass da noch nicht alles im Lot ist. Zwar schon massiv besser als zu Beginn aber es ist schon heftig, wie man den Körper damit beeinflusst.
        Taste Dich langsam heran und weite quasi den „Benutzungsradius“ aus, wenn Dir danach ist und Du Dich damit wohlfühlst. Das kommt alles mit der Routine. Ich bin gespannt, wie das bei Dir weitergeht und hoffe dann auf weitere Feedbacks!
        Alles Gute und liebe Grüsse
        Anita

  14. Sehr interessantes Thema 🙂

    Hätte ich noch meine Menstruation (28-Tage-Pille sei Dank nun nicht mehr), würde ich wohl die Tassen probieren. Allerdings nutze ich täglich Slipeinlagen und habe damit ab und an Probleme (sind mit Duft – man will sich ja frisch fühlen), dass die Haut gereizt wird (ähnlich wie bei dir mit Binden). Für Pantys und Slips eignen sich diese Binden sicherlich auch (sind sie sehr dick?), aber ich trage vorwiegend in Stringtangas Slipeinlagen, muss ich doch mal glatt schauen, ob es schon dafür Einlagen gibt. Außerdem ist es auch eine Kostenfrage, auf lange Sicht gesehen. Deinen Denkanstoß find ich gut – vor allem für mich persönlich.

    • anitaswelt sagt:

      Ich finde die Binden und Slipeinlagen jetzt nicht übermässig dick. Schau mal im verlinken Review, da zeige ich auch Seitenansichten.
      Für String-Einlagen guckst Du am besten hier: http://www.stettnerwebshop.de/epages/61466153.sf/de_DE/?ObjectPath=/Shops/61466153/Categories/StoffBinden_LiBaDi/StringEinlagen_XS

    • Lu sagt:

      Es gibt dünne und dicke Liner, je nach Herstellerin. Kann dir leider keine empfehlen, weil diejenige von der ich meinen dünnsten Liner habe, ist nicht mehr bei Etsy. 😦
      Domino Pads hat Liner für Strings, ich kenne die normalen Domino Liner, ich würde sagen die sind eher saugfähig und nicht sehr dünn, aber das Material von Domino (Bambus oder Minky) ist halt eher „hochflorig“. Egal wo du kaufst, ich würde auf die Materialbeschreibung achten, Baumwolle ist dünn, keine Schicht Saugmaterial innen drin, kein dickes Fleece auf der Rückseite. Ich hoffe das hilft 🙂

      • anitaswelt sagt:

        Für superdünne Slipeinlagen kann ich deutschen Libadi oder aber Preciousstarpads empfehlen. Letztere sind sogar ab und an über die britischen Earthwisegirls zu haben, ansonsten ist die Herstellerin in den USA beheimatet.


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