[Serie] Reinigen und Waschen von wiederverwendbaren Stoffbinden

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Im zweiten Beitrag meiner Serie „wiederverwendbare Stoffbinden“ geht es um das Reinigen und Waschen von Stoffbinden. Ich werde hier von meiner Methode berichten, es ist weder die einzige, noch die einzig richtige – hier muss jede selbst herausfinden, was für sie passend erscheint.

Meine „Ausrüstung“ umfasst die folgenden Gegenstände:

  • Sprühfläschchen
  • Buncha Farmer’s Stain Remover Stick
  • Wäschenetz

Bei der Reinigung unterscheide ich zwei Szenarien: unterwegs und zu Hause. Entsprechend unterschiedlich behandle ich die gebrauchten Stoffbinden.

Wenn ich unterwegs bin, habe ich weder Zeit noch Lust für eine sofortige ausgiebige Reinigung – ich möchte nicht auf einer öffentlichen Toilette gebrauchte Stoffbinden im Waschbecken auswaschen. Zum einen muss das nicht jede sehen, zum anderen empfinde ich diese Waschbecken nicht unbedingt als den geeigneten Ort in punkto Hygiene. Aus diesem Grund verwende ich dann jeweils das kleine Sprühfläschchen, welches ihr oben links auf dem Bild sehen könnt.

Das Sprühfläschchen enthält ein Wasser-Fleckenentferner-Gemisch. Hierfür schabe ich mit einem Küchenmesser ein paar Flocken des Buncha Farmer’s Stain Remover Sticks ab, gebe sie ins Fläschchen, fülle dieses mit Wasser auf und schüttle es. Die Flocken lösen sich auf und es bildet sich eine milchige Flüssigkeit.

Ich sprühe die benutzten Stoffbinden mit ein paar Sprühstössen ein und falte sie anschliessend zusammen. Wenn ich nach Hause komme (oder zu Hause bin, dann überspringe ich den ersten Schritt), wasche ich sie mit kaltem Wasser aus. Es ist essentiell wichtig, zum Auswaschen kaltes Wasser zu verwenden, da die im Blut enthaltenen Proteine bei warmem/heissem Wasser gerinnen und sich nur noch schlecht oder im Worst Case gar nicht mehr auswaschen lassen.

An dieser Stelle sei angemerkt: wer wiederverwendbare Stoffbinden verwendet, der kommt mit seinem Menstruationblut in Berührung. Wer damit nicht umgehen kann, der liest an dieser Stelle nicht weiter.

Ich wasche die Binden in kaltem Wasser im Waschbecken aus und das mit blossen Händen – für mich stellt das kein Problem dar. Je nach Anzahl der verwendeten Binden und Stärke der Blutung wechsle ich das Wasser im Waschbecken ein oder mehrere Male, bis sich kaum mehr Blut aus den Binden löst.

Sobald das Wasser also mehrheitlich klar bleibt, kommen wir zum nächsten Schritt: Ich nehme den Buncha Farmer’s Stain Remover Stick und rubble über allfällige Blutrückstände resp. die Stellen, an denen sich vorher Blut befand, bis sich feinporiger Schaum bildet. Danach falte ich die Binde in der Mitte und lasse das Ganze ein paar Stunden oder auch über Nacht einwirken.

Die Lagerung in dieser Zeit kann unterschiedlich aussehen: am Waschbeckenrand, in einem offenen Wetbag, in einem Eimer ohne Deckel – es gibt viele verschiedene Varianten. Wichtig ist einfach, dass jederzeit Sauerstoff an die Binden kommt und sie weder dunkel noch warm gelagert werden.

Nach ein paar Stunden oder spätestens am nächsten Morgen spüle ich die Binden nochmals mit kaltem Wasser, wringe sie aus und hänge sie anschliessend zum Trocknen auf. Nach diesem erneuten Auswaschen sind die meisten Flecken entfernt. Falls nicht, einfach nochmals mit dem Stick bearbeiten und erneut für ein paar Stunden liegen lassen.

Sobald die Binden getrocknet sind, kommen sie in das oben abgebildete Wäschenetz. Hier sammle ich alle vorgereinigten und trockenen Binden und gebe sie am Ende des Zyklus zur normalen Wäsche. Wichtig: legt bitte nur trockene Binden ins Wäschenetz, denn wenn sie aufgrund der Stapelung nicht richtig durchtrocknen können, kann es durchaus zu Schimmelbefall kommen und dann müsst ihr sie wegschmeissen. Also lieber etwas länger trocknen lassen als ein Risiko einzugehen! Ich verwende seit Februar 2013 wiederverwendbare Stoffbinden und hatte diesbezüglich noch nie irgendwelche Probleme, da ich sie wirklich gut durchtrocknen lasse.

Noch ein paar Worte zum Waschen: ich gebe die Stoffbinden gesammelt im Wäschenetz am Ende der Menstruation zur normalen Wäsche. Man kann sie auch separat waschen, wirklich notwendig ist es aber nicht. Dazu verwende ich normales Waschpulver aber KEINEN Weichspüler. Weichspüler vermindert die Saugfähigkeit der Stoffbinden und ist somit hochgradig kontraproduktiv. Bitte unbedingt vermeiden!

Wenn ihr bei der restlichen Wäsche nicht auf Weichspüler verzichten wollt, dann wascht die Stoffbinden separat, ich persönlich wasche sie zusammen mit der Bettwäsche. Nach dem Waschen hänge ich sie erneut am Wäscheständer auf und lasse sie ausgiebig trocknen. Da Stoffbinden aus mehreren Lagen bestehen, können sie sich aussen trocken anfühlen, auch wenn sie im Kern noch feucht sind, lasst sie also lieber ein paar Tage länger hängen. Sobald sie wirklich trocken sind, kommen sie in eine eigens für Stoffbinden reservierte Schublade in meinem Kleiderschrank und warten da auf ihren nächsten Einsatz.

Das Artikelverzeichnis

1. Wiederverwendbare Stoffbinden – Einführungspost

2. Reinigen und Waschen von Stoffbinden

3. Stoffbinden im (Büro-)Alltag

4. Stoffbinden im Urlaub

5. Bezugsquellen (Deutsch und Englisch)

6. Reviews

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16 Kommentare on “[Serie] Reinigen und Waschen von wiederverwendbaren Stoffbinden”

  1. Man kann sie zum Trocknen sicher auch über einen Drahtkleiderbügel hängen. So einen habe ich für Waschlappen, er hängt an der untersten Sprosse unseres Heizkörpers.

    Dein Bericht ist total interessant, was ist denn das für ein Fleckenentferner? Von der Marke habe ich noch nie was gehört?

    • anitaswelt sagt:

      Klar, das geht auf alle Fälle, da kann man durchaus kreativ sein 🙂

      Das ist ein Produkt aus den USA. Da ich im deutschsprachigen Raum damals nicht wirklich viel gefundne habe, habe ich mich auf englischen Seiten und Youtube Kanälen informiert und dann auch gleich diesen Stick mitbestellt.

  2. Catgirl sagt:

    wo hast du denn den farmer’s stick bestellt? :))

  3. cardinale sagt:

    Liebe Anita, vielen Dank für diese tolle Serie!

    Es ist nicht so leicht, ausführliche Erfahrungsberichte zu finden und dein Blog ist für mich die mit Abstand hilfreichste Quelle dafür! 🙂

    Hab nun gestern mein erstes Päckchen erhalten, bin schon sehr gespannt aufs Testen. Als Ersatz für den Stain Remover Stick (den man hier anscheinend nicht bekommt) hab ich mir nun ein Stück Gallseife gekauft, die sollte ja auch haut- und umweltverträglich sein. Mal sehen, ob sie ihren Zweck erfüllt.

    Liebe Grüße,
    Cardinale

  4. anitaswelt sagt:

    Liebe Cardinale

    Vielen Dank für Dein tolles Feedback!
    Bitte lass uns doch wissen, wie Dir Deine Bestellung gefällt und wie die Gallseife bei der Reinigung funktioniert. Ich könnte mir vorstellen, dass die genauso gut ist wie der Buncha Farmer’s Stain Remover Stick – was für mich ein Grund wäre umzusteigen, damit ich nicht mehr in den Staaten bestellen muss.

    Liebe Grüsse
    Anita

    • cardinale sagt:

      Liebe Anita! Und liebe Mitleserinnen 🙂

      Ich bin sehr angetan von den Stoffbinden und Slipeinlagen. Das Tragegefühl ist absolut nicht zu vergleichen mit den Einwegprodukten! Kein klebriges Gefühl bei langem Sitzen oder etwas wärmeren Temperaturen, kein Rascheln, und vor allem nicht dieser grauenhafte Geruch, der bei den chemisch behandelten Produkten immer nach wenigen Stunden auftaucht. Kein Wunder, dass die Menstruation von so vielen als ekelhaft empfunden wird. Die Stoffbinden fühlen sich an wie eine Baumwollunterhose, absorbieren die Feuchtigkeit gut und der Geruch bleibt neutral bzw. natürlich.

      Sie verrutschen auch nicht und man spürt die Druckknöpfe nicht beim Sitzen. Man sieht nur die Form als Abdruck recht stark durch die Unterhose durch, das muss einem bewusst sein, wenn man sich oft unter Leuten umzieht (bin Mannschaftssportlerin.) Da könnte man auch die Druckknöpfe oder Flügel sehen, ich hab mir vorsorglich die Slipeinlagen farblich passend zu meinen Sportunterhosen ausgesucht, da geht das denke ich.

      Zum Auswaschen: Die Slipeinlagen hab ich einfach so gesammelt, ohne sofortiges Auswaschen. Die für die Blutung verwendeten Binden hab ich wie du so früh wie möglich kalt ausgespült und mit der Gallseife eingerieben. Funktioniert gut, allerdings sind die dunklen Ränder damit alleine nicht ganz verschwunden – ist das bei deinem Stain Remover Stick so? Das gröbste ging jedenfalls raus und die 60° Wäsche sollte den Rest gut beseitigen. Ich hab die Gallseife allerdings auch nur ein paar Minuten einwirken lassen, falls noch Ränder bleiben, werde ich sie auch über Nacht einwirken lassen. Unterwegs wechseln musste ich bisher damit noch nicht, dafür gefällt mir die Idee mit dem Spray aber sehr gut.

      Der teure Preis sitzt mir noch etwas in den Knochen, da man bei den Wegwerfprodukten ja nie so viel auf einmal bezahlt. Ich habe bei der ganzen Sache aber ein sehr gutes Gefühl, nämlich das, meinem Körper und der Umwelt was gutes zu tun und fühle mich sehr wohl damit. Das ist mir die Investition also wert 🙂

      Liebe Grüße,
      Cardinale

  5. Meo sagt:

    Hallo Anita

    Ich benutze die Gallseife aus der Migro. Da steht auch auf der Packung, dass sie gegen Blutflecken ist. Klappt ganz gut.
    Danke für deine Beiträge und die vielen Links! Da meine Pads mit dem Muster nach unten getragen werden, brauche ich unbedingt noch ein paar Bunte. 😀

    LG Meo

  6. Kat sagt:

    Mal ein Frage an alle: welches Waschmittel verwendet ihr? Zumindest im Bezug auf Stoffwindel lese ich öfter es sollten keine Enzyme enthalten sein (besonders Cellulase) da dies die Saugkraft auf Dauer beeinträchtige/den Stoff schädige. Ich benutze momentan von Rossmann das Öko Sensitiv Waschpulver und flüssiges Colorwaschmittel, die enthalten beide Enzyme (allerdings andere, ich meine Amylase war darunter)…..Würde weiterhin gerne bei etwas ökologischem bleiben, klar da gibt es auch welche ohne Enzyme, aber die sind halt auch teurer und momentan habe ich nicht so viel Geld zur Verfügung…… Was meint ihr, riskieren, besser das Waschmittel wechseln oder gar selbst machen (wäre auch ne Option mit der ich spiele, Waschsoda, Zitronensäure und Kernseife kamen da z.B. rein). Danke für Tipps und Erfahrungsberichte.
    LG, Kat

  7. Tina sagt:

    Hallo,

    ich bin selbst seit Jahren überzeugte Stoffbindennutzerin, doch bin ich ich erstaunt über den Aufwand, den Du zum Reinigen betreibst!

    Dafür habe ich gar keine Lust und vorallem gar keine Zeit… Da mich Flecken in den gewaschenen Binden nicht stören und sie auch mit vorherigem Einweichen/Auswaschen nicht vollstänig rausgingen, mache ich mir die Pflege sehr einfach:
    Sammeln in einem herkömmlichen Wäschenetz (außer Haus zusammengefaltet, aber unbehandelt in eine simple Platiktüte, die ich jedes Mal wieder verwende, dann zuhause in das Wäschenetz). Schnelles Trocknen, kein Geruch, für das Auge unsichtbar. Waschen mit der restlichen Unterwäsche: Wäschenetz mit offenem Reißverschluss in die 60 Grad-Wäsche. Vorwaschgang nur, wenn viel Blut reingelaufen ist und ich Sorge habe, die andere Weißwäsche zu verfärben (da ich nach Möglichkeit eine Toilette aufsuche, um angesammeltes Blut direkt aus der Scheide in die Toilette ablaufen zulassen, passiert das selten). Öko-Waschmittel von Almavin. Trocknen in der Wohnung auf der Leine innerhalb eines Tages.
    Wer gemusterte, bunte Binden hat, sieht sowieso kaum Flecken.

    Und jetzt noch ein Tip: ich habe zuhause eine Intim-Dusche, einen kleinen Brauskopf mit Schlauch am Waschbeckenwasserhahn montiert, der bis zur Toilette reicht (wird auch als Haarwaschbrause bezeichnet). Auch mit einem normalen Duschkopf, der bis zur Toilette reicht, geht es. Damit kann ich mich bei jedem Toilettengang mit klarem Wasser abbrausen, wodurch ich fast kein Toilettenpapier und weniger Spülwasser brauche und immer reinlich sauber bin. Besonders an den roten Tagen sehr zu empfehlen, das lästige Geschmier entfällt und es verhindert Gerüche. Zum Abtrocknen nehme ich ein kleines Handtuch, das täglich gewechselt wird und ebenfalls in die 60 Grad-Wäsche kommt.

    Nur Mut, probiert es einfach mal aus, vielleicht gefällt es Euch. Und wenn nicht – zurück geht immer 😉

    • anitaswelt sagt:

      Hallo Tina
      Vielen Dank für Deinen ausführlichen Kommentar.
      Sooooo, gross ist der Aufwand ja nicht und bisher sind alle Flecken restlos rausgegangen – dann betreib ich ihn auch gerne.
      Danke auch für Deinen Tipp mit dem Duschkopf! Da ist definitiv grosses Sparpotential vorhanden und je mehr man über solche Dinge erfährt, desto besser!

    • Cardinale sagt:

      Ja, das direkt in die Toilette ablaufen lassen ist wirklich die beste Variante. Ich versuche das, so oft es geht, aber unterwegs kann man nun mal nicht so oft auf die Toilette – da sammelt sich dann im Laufe eines ganzes Tages doch sehr, sehr viel im Stoff an. Bin beim Ausspülen mit kaltem Wasser immer erstaunt, wie viel da drin Platz hat 😉

      Also mir persönlich ist das zu viel, um es in der Waschmaschine mit allem anderen mitschwimmen lassen zu wollen, ich vertraue meinem Waschprogramm da nicht so. Wenn sich aber nur wenig Blut sammelt, und es ohne Vorwaschen funktioniert, ist das natürlich super.

      Nachdem ich die Binden selbst nähe möchte ich aber auch keine Flecken drin haben, trotz Muster, einfach weil ich sie so gerne hab, und sie gerne immer wieder fleckenfrei hätte. Die sind übrigens echt super zum Selbermachen, man muss nur erst mal das passende Material auftreiben 🙂

      Die Libadi sind mir leider etwas zu breit, und wellen sich immer ein bisschen, ist kein schlimmes Manko, aber die selber-angepassten sitzen einfach noch viel besser. Und ich freu mich in der früh immer über meine Lieblingsstoffe.

      Anita, du wolltest wissen ob das Vorwaschen mit der festen Gallseife aus der Drogerie gut funktioniert: Ja, tut es 🙂

      • anitaswelt sagt:

        Das mit dem Ablaufen lassen versuche ich ebenfalls – fällt übrigens unter den Begriff „freie Menstruation“, was ein sehr spannendes Thema ist – bisher klappts nicht immer, denn wie Du sagst, Cardinale, wenn man unterwegs ist, ist halt nicht immer rechtzeitig eine Toilette zur Verfügung.

        Oh ja, ab und an staune ich auch, welche Mengen die Stoffbinden so aushalten. Es braucht echt viel, bis sie „übervoll“ sind.

        Super, vielen Dank für Dein Feedback bzgl. der Gallseife aus der Drogerie – das wird definitiv ausprobiert, sobald meine Buncha Farmer’s Sticks zur Neige gehen.

      • Cardinale sagt:

        Genau. Ich find die freie Menstruation wahnsinnig interessant und würde es echt gerne können, so mit “nichts“ auszukommen, außer einer dünnen Stoffbinde als Backup. Hab in Foren von ein paar Damen gelesen, dass sie wirklich gar keine Artikel mehr verwenden, da sie gelernt haben, es etwas zurück zu halten und zusammen zu sammeln. Leider habe ich nur sehr wenig darüber gefunden, wie man das üben könnte. Bewusst leeren hab ich schnell gelernt, aber zurück halten? Keinen Plan.

        Wenn ihr also Tipps dazu habt, bitte her damit! 😉

  8. Tina sagt:

    Ich hatte mal ein gnazes Buch über die freie Mens in den Händen. Hab aber keinen Plan mehr, wie das hieß geschweige denn wer es geschrieben hat..


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