[Review] Meine Tattoopflege

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Ende August war es endlich soweit und ich habe mein zweites Tattoo bekommen. Während zwei Tagen und total 16 Stunden Tätowierzeit enstand mein neuer Wadenschmuck – und solcher will gehegt und gepflegt werden. Was ich da genau mache, ist Thema dieses Blogposts.

An dieser Stelle zuerst noch eine Empfehlung: bedenkt gut ob – ja richtig gelesen: ob – ihr wirklich ein Tattoo haben wollt, welches Motiv und wohin es kommen soll. Zudem solltet ihr mindestens genauso gut bedenken, wer es denn stechen soll. Schult euren Blick, schaut euch hunderte, besser noch tausende von Tattoobildern an. Nur so entwickelt ihr ein Gefühl, welche wirklich gut sind und welcher Stil euch gefällt. Anhand dieser Parameter geht es dann ans Auswählen des Künstlers – lasst euch von allfälligen Distanzen nicht abhalten! Besser einen weiten Weg auf sich nehmen und dafür das für euch perfekte Tattoo bekommen.

Wenn es dann soweit ist, wird euch der Tätowierer Pflegehinweise geben – befolgt diese. Bei einer sorgfältigen Auswahl des Tätowierers, könnt ihr seinen Anweisungen bedenkenlos Folge leisten, da er die entsprechende Erfahrung hat und weiss, wie seine Kunden auf seine Tätowiertechnik reagieren. Fragt allenfalls im Voraus, was ihr euch besorgen sollt, denn wenn ein Termin länger dauert, ist es gut möglich, dass die Apotheke bereits geschlossen hat, wenn ihr rauskommt – Vorbereitung ist alles.

Meine Tattoo-Pflegeroutine

Und jetzt ab in medias res! Im Grunde genommen braucht man nur zwei Produkte für die Tattoopflege: eines zum waschen und eines zum cremen. Zum waschen verwende ich die leider nicht mehr vegane flüssige Balea Arztseife. Zum cremen greife ich auf die vegane After Inked zurück. Diese habe ich beim ersten Tattoo vom Tätowierer zur Pflege bekommen und sie hat super funktioniert.

Die flüssige Balea Arztseife verwende ich einerseits zum Waschen des Tattoo selbst aber auch als Duschgel. Denn bei frischen Tätowierungen sollten keinerlei Duftstoffe verwendet werden – das Balea Produkt ist parfümfrei. Bis das Tattoo oberflächlich verheilt ist, verwende ich ausschliesslich dieses Produkt. Die ersten Tage lasse ich das Tattoo lufttrocknen. Wer ein Handtuch verwenden will, der sollte zum einen nur trocken tupfen und keinesfalls reiben, zum anderen jedes Mal ein frisches nehmen.

Anschliessend wird gecremt. Vorgängig wasche ich mir IMMER mit der Balea Arzt Seife die Hände und trockne sie mit einem speziellen Handtuch ab, welches ich anfänglich ebenfalls täglich wechsle. Denn ein Tattoo ist eine Wunde und sollte unbedingt als solche behandelt werden. Mit sauberen Händen geht es dann ans cremen. Unbedingt nur eine ganz dünne Schicht auftragen, dabei aber nicht zu fest reiben und möglichst wenig Druck ausüben. Lieber einmal mehr cremen als in einer Anwendung zuviel.

Balea flüssige Arztseife

Die Flüssigseife kommt in einem praktischen Pumpspender daher und lässt sich so hygienisch verwenden. Was mir bei diesem Produkt wichtig war: rückfettend, parfümfrei und möglichst einfach erhältlich. Ursprünglich war die Seife als vegan deklariert, doch es scheint sich bei der neuen Rezeptur etwas verändert zu haben. Meine Nachfrage, an welchem Stoff es denn nun liegt, wurde leider nicht beantwortet.

Ich mag die gute Schaumbildung der Balea Arztseife total gerne, denn so muss ich nicht unnötig auf dem Tattoo rumrubbeln und habe das Waschen schnell erledigt. Zu langes Duschen sollte man vermeiden, Baden ist in den ersten paar Wochen sowieso tabu.

Dazu ist die rückfettende Wirkung keine blosse Werbung, sondern effektiv spürbar. Meine Hände waren äusserst dankbar für diese Portion Extrapflege!

After Inked Tattoo Moisturizer and Aftercare Lotion

Dieses Produkt habe ich wie erwähnt bereits vor fünf Jahren bei meinem ersten Tattoo benutzt und war absolut zufrieden damit. Als nun das zweite anstand, wollte ich die Creme wieder verwenden, checkte aber erstmal die Inhaltsstoffe. Denn damit hatte ich mich 2010 definitiv noch nicht befasst. Tja, was soll ich sagen, ich war begeistert! Zudem ist die Creme:

  • parabenfrei
  • parfümfrei
  • glutenfrei
  • frei von Erdölderivaten
  • vegan
  • tierversuchsfrei

Für mich somit DAS perfekte Produkt – wäre da nicht die Verfügbarkeit. Zur Zeit scheint es schwierig bis unmöglich zu sein, an dieses Produkt ranzukommen. Was bin ich dankbar, dass ich eine der letzten Tuben ergattern konnte! Ich hoffe sehr, dass dieses fantastische Produkt bald wieder verfügbar sein wird.

Sobald ein Tattoo abgeheilt ist, behandle ich es wie die übrige Haut auch und verwende bei Bedarf Körperöl oder Körperbutter zur Pflege. Einzig beim Sonnenschutz bin ich noch viel konsequenter als sonst. Ohne die neutrale Sonnenlotion mit LSF 50 von Eco Cosmetics geht gar nicht.

Fazit: Ich habe die für mich optimale Tattoopflege gefunden. Leider mit zwei Wermutstropfen: die Balea flüssige Arztseife ist leider nicht mehr vegan und die After Inked zu besorgen grenzt momentan an ein Ding der Unmöglichkeit. Bei ersterem werde ich bei Gelegenheit mal das Äquivalent von Rossman genauer unter die Lupe nehmen, bei letzterem hoffe ich, dass es wieder verfügbar ist, wenn dann das nächste Tattoo ansteht.

Habt ihr Tattoos? Wie pflegt ihr sie? Welche Produkte verwendet ihr in der Abheilphase?

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16 Kommentare on “[Review] Meine Tattoopflege”

  1. Minä sagt:

    Welch Zufall, denn heute Abend bekomme ich mein erstes Tattoo 🙂
    Zum Waschen werde ich das Babylove Sensitiv Pflegebad benutzen (welches ich sowieso da hab, da ich es für das Gesicht verwende.) Als Creme hab ich mir die von Tattoomed besorgt. Von der Salbe hab ich schon viel gutes gehört 🙂

    • anitaswelt sagt:

      Hui, dann viel Spass! Was wirds denn und von dem?
      Bin gespannt, wie Du die Salbe findest, die kenne ich selbst nicht.

      • Minä sagt:

        Danke 🙂 Es werden Hugin und Munin die auf einem Ast/Baum Sitzen (Auf der Schulter, hinten am Rücken aber höher als das Schulterblatt), die Äste gehen noch ein bisschen auf die Schulter nach vorne. Ich lass es bei einer Tätowiererin in meiner Nähe machen, die leider im Internet nicht präsent ist.
        Ich bin auch sehr gespannt, wie gut es mit der Salbe heilt. Ich hoffe schnell 😀

      • anitaswelt sagt:

        Oooh, ein tolles Motiv 🙂 das kann grandios werden!
        Munin ziert übrigens meine linke Wadenaussenseite 😉

      • Minä sagt:

        Ich hab das Tattoo ja jetzt seit fast 2 Wochen und es ist mittlerweile komplett abgeheilt. Die Creme kann ich nur empfehlen. Sie lässt sich gut verteilen, reizt nicht, lindert den Juckreiz und pflegt gut. Das Sensitiv Pflegebad hat seinen Zweck auch getan, da kann ich mich auch nicht beschweren 🙂

  2. Kat sagt:

    Na dann erstmal (verspäteten) Glückwunsch zum neuen Tattoo ! ich bin ja neugiereig und interessiere mich immer sehr dafür welche Motive (und aus welchen Gründen) andere Leute so auswählen, planst du irgendwann einmal Fotos online zu stellen? ich habe mich im Juli getraut und mir nach einigen Jahren des Wartens das erste Tattoo stechen lassen – natürlich mit sicherem Gefühl für die schmerzhaftesten Stellen, einmal quer über den gesamten Fuss und Achillesferse 😉 Das ganze hat so 2 1/2 Stunden gedauert, der eigentlich Spaß fing aber erst danach an….. ich vermute mal wegen der hohen Temperaturen (da schwellen meine Gelenke teils etwas an) und weil halt kaum Fett die Haut vom Knochen trennt war mein Fuß fast 3 Tage sehr schmerzemfindlich und stellenweise geschwollen, so als hätte ich einen dicken Bluterguss….. hab’s dann halt gekühlt, was bei den Temperaturen ohnehin angenehm war, und danach ist es wirklich sehr schnell und unkompliziert abgeheilt (kein rumnässen oder jucken). Ich hab das Tattoo eigentlich immer nur mir lauwarmen Wasser abgespült (ohne zu reiben) und vorsichtig mit Zewa abgetupft (anfangs 2x pro Tag) und danach dünn mit Bepanthen eingecremt. Nach einer Woche hab ich dann auch mal Kokosöl versucht, war auch sehr angenehm. Mit dem Sonnenschutz bin ich im Grunde vorgegangen wie du, schließlich will man ja lange was davon haben 😀
    Mal sehen, vielleicht werde ich beim nächsten Mal (ja, ich bin noch nicht abgeschreckt) auch die Arztseife verwenden, klingt ja wirklich gut und dann muss ich mir gar keine Gedanken machen dass evtl Duftstoffe die Wunde reizen – wobei ich da bei meinen Piercings auch nie Probleme hatte, hab halt dierekten Kontakt vermieden und das bischen was beim Duschen drüber läuft halt ordentlich abgespült.

    • anitaswelt sagt:

      Vielen Dank, Kat! Online stellen ist eigentlich nicht geplant. Das Motiv ist ein nordisches und von skandinavischen Runensteinen inspiriert.
      Doch, da hast Du Dir fürs erste doch eine „spassige“ Stelle ausgesucht 😉 Umso schöner, dass Du Dich nicht hast abeschrecken lassen!
      Ich kenne mich mit Piercings jetzt überhaupt nicht aus, doch ich denke, dass die Wunde da ja deutlich kleiner ist.

      • Kat sagt:

        Nordisch und Runen klingt gut, so etwas könnte ich mir auch vorstellen, ich mag besonders diese verschlungenen Tierdarstellungen. Erstmal ist aber ein Ouroborors um den anderen Knöchel geplant, der passt gut zur Schlange um den Fuß (Symmetrie und so 😉 ) und ansonsten schweben mir noch diverse altorientalische Motive vor (mein Studium hat mich geprägt *lol*). Zu viele Ideen, zu wenig Körper und Geld… *seufz*
        Ja, die sichtbare Wunde beim Piercing ist deutlich kleiner, dafür geht es aber mehr in die Tiefe und braucht dadurch länger zum Heilen (Stichwort Wundkanal, Bewegung, Hängen bleiben……). Meine Tätowiererin hat es eigentlich ganz gut auf den Punkt gebracht, ein Tatto ist im Endeffekt „nur“ eine (mehr oder weniger) große Schürfwunde, die natürlich einen Stressfaktor für den Körper darstellt, aber mit viel Luft, Reinlichkeit und nicht zu übertriebener Pflege meist unproblematisch abheilt.

      • anitaswelt sagt:

        Oh ja, diese sind super, hab zwei solche Drachen auf meiner Wade und das ist mehr ein Kunstwerk, denn ein Tattoo ❤
        Symmetrie ist so eine Sache, die krieg ich bereits nicht mehr hin, muss aber auch nicht sein.
        Das hat sie absolut perfekt formuliert, je weniger man dran macht und je mehr Luft ran kommt, desto besser heilt es bei mir. Gibt aber auch da verschiedene Wege 🙂

  3. Petra sagt:

    Ich war am Montag dran mit Kolibris auf der Brust. Ist nicht mein erstes. Bisher habe ich immer mit Aleppo (der guten mit 70% Lorbeeröl) gewaschen und dann die Pegasus Tattoo Creme verwendet. Aber die ist mit Petroleum am erster Stelle. Für dieses jetzt habe ich mir Supraderm F gekauft. Das ist eigentlich für Brandwunden aber auch vom Hersteller für Tattoos empfohlen. Die Folie kommt direkt nach dem Stechen und desinfizieren drauf und bleibt 2 Tage auf dem Tattoo. Wenn sie runter kommt, wie bei mir heute, ist das Tattoo komplett trocken und die Silberhaut drauf. Dann wird nur noch gewaschen und gecremt. Diesmal hab ich die Hustle Butter gekauft, die ist rein natürlich und vegan (und riecht sooo toll).

    • anitaswelt sagt:

      Aaah, Du wendest also die Feuchtheilmethode an! Damit habe ich keine Erfahrung und werde wohl auch keine sammeln.
      Bei mir funktioniert Luft irgendwie am besten, ist bei allen Wunden so, nicht nur bei Tattoos. Dauert halt länger, aber das passt schon.
      Die Hustle Butter wäre allenfalls eine Alternative für die After Inked. Da schau ich noch, ob ich irgendwo mitbestellen kann, denn ich würde die kleine Grösse gern mal auf ner normalen Schürfwunde ausprobieren und so schauen, ob sie auch für ein Tattoo in Frage käme.

  4. Ich habe ein Tattoo auf dem rechten Schulterblatt und liebe es nach fast 15 Jahren immer noch heiß und innig (Oh Gott, wie die Zeit vergeht…). Ich wollte mir immer gern noch ein zweites stechen lassen, aber wie Du schreibst; man sollte sich mit der Wahl Zeit lassen..jetzt habe ich endlich ein Motiv gefunden, bei dem das Gefühl genauso ist wie beim ersten. Nur über die Stelle bin ich mir noch nicht ganz einig.^^
    Ich meine ich hätte damals mit einer nicht-tierversuchsfreien Arzt-Seife wegen des ph-Werts gereinigt (allerdings im Stück, also nicht ganz so komfortabel) und Bepanthen zum Einschmieren genommen. Deine Produkt-Tipps kann ich dann hoffentlich bald mal testen.^^

  5. Zuma sagt:

    Huhu Anita! Ich hab bei meinem zuerst ein riesiges Suprasorb Pflaster draufbekommen für die ersten 24 Stunden. Danach hab ich es mit der Waschlösung/gel/whatever von „EasyTattoo“ abgewaschen und lufttrocknen lassen. Nach einem weiteren Tag dann superdünn mit „EasyTattoo“-creme eingecremt. Hat wunderbar geklappt. 🙂

    • anitaswelt sagt:

      Von Suprasorb lese ich immer wieder. Allerdings rät mir da mein Bauchgefühl ab. Wunden jeglicher Art heilen bei mir mit Luft am besten.
      Danke für die Beschreibung Deiner Tattoopflege-Routine!


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